Interdisziplinäre Tinnitus-Forschung am Hochschulstandort Zürich

Reportage zu unserer Längsschnittstudie zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen altersbedingter Schwerhörigkeit, Tinnitus, Kognition und Neuroanatomie

 

Ein Beitrag aus der Sendung PULS (SRF 1, 10.09.2018)

 

Credo

5 - 15 % der Menschen leiden an einem chronischen Ohrgeräusch (Tinnitus).

Etwa ein Drittel aller Erwachsener wird einmal im Leben einen Tinnitus haben.

In der überwiegenden Mehrheit der Fälle ist keine objektive Ursache als Auslöser für den Tinnitus identifizierbar. Man spricht daher in der Regel auch von einem subjektiven Tinnitus. 

Unser Credo ist es, auf wissenschaftliche, evidenzbasierte und transparente Art und Weise das Phänomen Tinnitus und dessen neurologische Hintergründe zu erfassen. Mit der Unterstützung von neuropsychologischen und bildgebenden Verfahren, innovativen Technologien, sowie nationalen und internationalen Kooperationen mehren wir konstant das Wissen und verbessern wir die Behandlungsmöglichkeiten des chronischen, subjektiven Tinnitus.

Diese Webseite fasst Forschungsprojekte und Technologien zur Erfassung und Behandlung von Tinnitus in Zürich zusammen. Darüberhinaus können Sie mehr über die involvierten Institutionen, Kooperationen, Partner und Sponsoren erfahren. 

Gegenwärtiger Stand der Forschung

Der chronische subjektive Tinnitus entsteht und chronifiziert sich im Gehirn.

Zu dieser Ansicht ist die Forschung in der letzten Dekade aufgrund einer Vielzahl von neurowissenschaftlichen und -psychologischen Studien gelangt. Bei der Generierung und Chronifizierung des Ohrgeräuschs spielt eine Reihe von neuronalen Netzwerken im Gehirn eine Rolle, die sich nach einer Läsion von Haarzellen im Innenohr und einer damit verbundenen transienten, sensorischen Deafferentierung fehlangepasst haben.

In Folge dieser maladaptiven Vorgänge manifestieren sich Reorganisationsprozesse, die durch emotionale Eindrücke, aversive Bewertung und Aufmerksamkeitsprozesse unterstützt, den subjektiven Tinnitus verstärken.

Die interdisziplinäre Forschung arbeitet derzeit daran, die Entstehung und Verknüpfung dieser Netzwerke besser zu verstehen und der beträchtlichen Heterogenität in der Pathologie sowie der Varianz in der Symptomatik bei Betroffenen mit Tinnitus nachzugehen.

Diese Seite dient in erster Linie dazu, auf transparente Art und Weise, über neueste Forschungs- und Therapieverfahren im Bereich Tinnitus und deren zugrunde liegenden Mechanismen zu informieren. Darüberhinaus ist es unser Anliegen, verantwortliche Personen, Institutionen und sowohl nationale, als auch internationale Kooperationen zu präsentieren.

Der Forschungskern in Zürich besteht aus einer Kooperation zwischen dem Psychologischen Institut der Universität Zürich und dem Universitätsspital Zürich.

Die neuropsychologischen Mechanismen des chronischen Ohrengeräuschs (Tinnitus), dessen hirnphysiologischen Ursache und Dynamik zwar ausser Frage steht, wird nach wie vor nicht ausreichend verstanden, zumal die subjektive Intensität des chronischen Tinnitus in hohem Masse von psychologischen Variablen moderiert wird und interindividuell variiert. Die geplante Grundlagenforschung zielt darauf ab, neurophysiologisch basierte individuelle Tinnitusprofile betroffener Menschen zu erstellen, um einen Ausgangspunkt für sinnvolle Interventionen zu schaffen. Langfristig planen wir die Entwicklung neuropsychologischer Therapien, die auf individueller Diagnostik der spontanen Hirnaktivität basieren. 

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