Subtypisierung des chronischen Tinnitus

Kooperation:

    TINNET-Aktion («An Action for Better Understanding the Heterogeneity of Tinnitus to Improve and Develop New Treatments»), einem von der EU im Rahmen des COST-Programmes («European Cooperation in Science and Technology») geförderten Forschungsnetzwerk; http://tinnet.tinnitusresearch.net/

Tinnitus ist ein häufiges Symptom, das in manchen Fällen zu einer signifikanten Beeinträchtigung der Lebensqualität führen kann. Es existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Therapieansätze, von denen manche Patienten profitieren andere jedoch nicht. Dies deutet darauf hin, dass es unterschiedliche Formen von Tinnitus geben muss, die sich in ihrer zugrundeliegenden Pathophysiologie unterscheiden und deshalb in unterschiedlicher Form auf therapeutische Interventionen reagieren. In den letzten Jahrzehnten konnte die Grundlagenforschung entscheidende Beiträge zum Verständnis der Entstehungsmechanismen von chronischem Tinnitus liefern. Dies hat jedoch bisher nicht zur Entwicklung von allgemeingültigen Therapieansätzen geführt, die einer Mehrzahl der Patienten helfen. Ein möglicher Grund für das Scheitern verschiedener Studien liegt in den kleinen Patientenzahlen und der ungenügenden Charakterisierung der einzelnen Studienteilnehmer. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, ein standardisiertes Instrument zur Subtypisierung verschiedener Tinnituspatienten zu haben. Unsere Forschungsgruppe beteiligt sich an der Datensammlung der TINNET-Aktion («An Action for Better Understanding the Heterogeneity of Tinnitus to Improve and Develop New Treatments»), einem von der EU im Rahmen des COST-Programmes («European Cooperation in Science and Technology») geförderten Forschungsnetzwerk, welches eine standardisierte Datenbank entwickelte, die eine bessere Subtypisierung der einzelnen Patienten ermöglichen soll. Neben der Datensammlung beschäftigen sich andere Arbeitsgruppen der Aktion unter Mitarbeit von Mitgliedern unserer Arbeitsgruppe mit der Entwicklung internationaler Standards in der neurowissenschaftlichen Bildgebung, der Festlegung einheitlicher Kriterien in der Auswertung eines Therapieerfolges bei Tinnitus-Studien und der Identifikation genetischer Faktoren in der Pathogenese des Tinnitus. Das vierjährige Projekt wird im Jahr 2018 abgeschlossen werden. Eine Nachfolge-Aktion befindet sich in Planung.